Sommerlager 2013



Wochenbericht zum Fliegerlager vom 13.07.2013 – 21.07.2013 in Waren/Vielist:

Anreise: Nach langen Wochen der Ungeduld war es endlich soweit: Wir starteten ins Fliegerlager! Am Samstag, den 13.07.2013 versammelten sich alle um 9 Uhr im Vereinsheim und trafen die letzten Vorbereitungen für die Woche. Die Autos wurden bis unters Dach vollgepackt und die Flugzeuge angehängt. Gegen halb eins starteten wir in Richtung Waren. Da es Ferienbeginn war, verlief die Anfahrt etwas zäh und es wurde sehr sehr heiß in meinem Auto ohne Klimaanlage. Etwas geschlaucht kamen Markus, Johannes und ich nach rund 3,5 Stunden auf dem Flugplatz in Waren/Vielist an. Nach und nach trafen auch alle anderen ein und wir bauten am frühen Abend unsere Zelte auf. Ich baute ein kleines Igluzelt für mich auf und staunte nicht schlecht in welchen Dimensionen meine Fliegerkameraden (allen voran unsere Fluglehrer) hausten. Am Abend saßen wir alle beim Essen zusammen. Torsten stand am Grill; es gab Steaks, Würste und Salat – lecker. Die Woche war eingeläutet und da es für mich das erste Fliegerlager war, blickte ich ihr gespannt entgegen.

Sabrina Wiest

Die Woche: Am Sonntag um 8 Uhr begann der erste Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Anschließend wurden Brote für den Tag geschmiert und die Flugunterlagen hergerichtet. Gegen 9 Uhr versammelten sich alle zum Briefing. Zunächst gab uns der Vorstand des Vielister LSV´s eine Einweisung, danach ging es ans Aufrüsten. Da kein Mittagessen eingeplant war gab es Kaffe und Carola spendierte uns Pfannkuchen als Stärkung für zwischendurch. Etwa um 15 Uhr ging es dann mit dem Bocian raus aufs Feld. Endlich fliegen! Wir starteten parallel zur Motorflugbahn, mit einer Auskuppelhöhe von 250m. Das reichte gerade so für eine Platzrunde. Nachdem jeder einen Orientierungsflug bekommen hatte, wurde der Bocian wieder in die Halle geräumt und das Briefing abgehalten. Da der Abend schon fortgeschritten war gab es dann auch gleich Abendessen – Gulasch. Im Anschluss saßen wir gemütlich in der Runde und ließen den Abend ausklingen...
Am nächsten Morgen fiel das Aufstehen auch etwas leichter, denn im Zelt herrschte eine gewisse Temperatur, die oberhalb des Wohlfühlbereiches lag. Es gab Brötchen mit Belag und Kaffee - der Tag konnte kommen. Der Wetterbericht sprach von gutem Wetter und Wind von Nord bis Nordost, d.h. dass wir heute von woanders starteten als gestern. Einmal quer über den Platz drüber, am Modellfluggelände vorbei und schon waren wir in strahlendem Sonnenschein am Startgebiet angekommen. Die Winde war nicht mehr als solche zu erkennen und der Wind kam von der Seite, aber was soll's...? Die relativ geringen Auskuppelhöhen trugen zwar nicht wirklich zu langen Flügen bei , aber so wurden wenigstens eine ordentliche Anzahl von Flügen unter Kommando von Fluglehrer Andreas geschafft. Wie sich später noch zeigte, hatte der Wetterbericht Recht behalten und es setzt die erhoffte Thermik ein, sodass Johannes endlich seinen 50 km Flug absolvieren konnte. Im Laufe des Tages kam jeder zum Fliegen und Hannes konnte noch seine B-Prüfung fliegen. Gegen 18.00 Uhr wurden die Flugzeuge langsam wieder in den Hangar gestellt, bzw. abgerüstet oder befestigt.
Die Tage gingen vorbei wie im Flug. Im Laufe der Woche wurden zahlreiche Übungen abgeschlossen, die relevant für den jeweiligen Flugschüler waren. Seilrisse, Schnellflüge, Landung aus ungewohnter Postion.. und und und. Für Hannes und Markus gab es am Donnerstag noch ein besonderes Highlight: Sie durften auf die DG umschulen! Den ganzen Abend davor haben sie vor dem Umschulungszettel verbracht und sind das Flughandbuch durchgegangen. Micha war an dem Tag Fluglehrer und Hannes durfte zuerst ran. Hoch und runter und das Ganze drei mal. Natürlich perfekt geflogen. Der weitere Tag verlief wie alle anderen auch: Der Discus wurde hochgeschossen und blieb weg bis zum Abendessen, und somit gehörte der Flugplatz so ziemlich dem Boc. Gegen Ende des Flugbetriebs war Markus dann an der Reihe mit DG-Fliegen. Sitzpobe, Erklärung, Bleikissen, Bleikissen, Bleikissen und Einklinken. Wenn man eine halbe Minute unter der Haube sitzt und auf das Blinklicht der Winde starrt was irgendwie nicht angehen will, dann kann einem so eine halbe Minute verdammt lange vorkommen (ganz besonders bei dem ersten Umschulungsflug). Trotzdem ging es dann irgenwann hoch und er konnte bereits im Windenstart feststellen das die schönste Sache an diesem Flugzeug der Blick aus dem Cockpit zu den kleinen Wingtips an der Flügelspitze ist. Ein paar Kreise später heißt es dann leider schon wieder Höhe: 200m, Fahrt: 90, Luftraum/ Landebahn frei, 01 Position zur Landung...Fahrwerk ausgefahren und verriegelt. Dann nach allen drei Umschlungsflügen kann er nur sagen: " Ich liebe dieses Flugzeug". Somit hat er zwar nicht sein eigentliches Ziel die B-Prüfung geschafft dafür aber etwas viel besseres. Sein nächster Umschulungswunsch wäre dann Discus CS bzw Swift S1 ;D
Die ganze Woche über hatten wir fantastisches Wetter! Es war jeden Tag brütend heiß und wir flogen von morgens bis abends. Mal abgesehen vom Seitenwind und einer holprigen Wiese, waren die Flugbedingungen vor allem für uns fortgeschrittenen Flugschüler toll. Es gab jeden Tag Thermik und es war selbst für uns Thermik-Anfänger leicht oben zu bleiben. Nach all den Platzrunden bis dato, kann man nur sagen: juhuu!!! Das ist Segelfliegen! Markus, der am Freitag abreisen musste hatte sich für diesen Tag als Hauptziel die Thermikeinweisung auf dem Bocian vorgenommen. Trotz des guten Wetters hat er drei Anläufe gebraucht um endlich hoch zukommen. Auf dem dritten Flug ging es dann dank Fluglehrerbonus nach oben bis an die Basis. Seine Thermische Einweisung konnte er deshalb komplett abschließen. Wenn man einmal oben angekommen ist, dann sollte man bei einem Flug zusammen mit Torsten auf bestimmte Dinge nicht verzichten: Trudeln links...ausleiten, Trudeln rechts...ausleiten,...links...rechts....60 Grad Steilkreisen....nach vorn abkippen und dann mit 200km/h zur nächsten Wolke. Sabrina im Mistral konnte man zwar im Funk hören, doch zu sehen war sie trotzdem nicht. Kurz vor der Landung haben die Beiden dann noch den Puchacz vertrieben, aber das wars dann auch schon. Wiedermal ein echt geiler Tag. Und die Aussicht war fantastisch. Die Müritz war zum Greifen nahe und man konnte sogar die Segelboote darauf erkennen.
Am Samstag gab es ein Problem mit der Winde und wir hatten nur noch ein Seil das wir nach jedem Start neu holen mussten. Dennoch war dieser Tag wohl einer der Wichtigsten, denn es ging nochmal ordentlich zur Sache. Am letzten Tag ernteten wir den Lohn der Woche, denn Uwe prüfte an diesem Tag was wir gelernt hatten. Zuerst kam Christian dran und hat erfolgreich seine A-Prüfung absolviert. Danach hat Sabrina auf dem Mistral ihre B-Prüfung gemeistert und im Anschluss daran hat Dieter ebenfalls seine B-Prüfung bestanden. Am späten Nachmittag schleppten wir die Flugzeuge dann zufrieden zum Vereinsheim zurück rüsteten sie gleich ab. Nach getaner Arbeit wurde das Briefing abgehalten und Christian und Dieter bekamen den Po versohlt; ein Spass den sich auch die Warener nicht nehmen ließen: Sie reihten sich frech in die Schlange ein um ihre Glückwünsche zu übermitteln. Dann setzten wir uns gemeinsam zum Abendessen und ließen den Abend heiter ausklingen.

Hannes Guth, Markus Michallok, Sabrina Wiest

Abreise: Am Sonntag morgen trafen sich alle wie gehabt um 8 Uhr zum Frühstück und fragten sich: „Wo ist die Woche geblieben?“ Der letzte Tag – es wurde alles aufgetischt was noch im Kühlschrank war. Dieter legte sich für uns ins Zeug und kochte Rührei mit Speck. Im Anschluss gab es ein Briefing, in dem aufgeteilt wurde, wer bei wem mitfährt und wer was mitnimmt. Die Flugutensilien wurden verstaut und die Zelte abgebaut. Um halb Zwölf versammelten sich alle noch ein letztes Mal um sicher zu gehen dass nichts fehlt. Dann starteten Johannes, Hannes und ich als erste in Richtung Oppin. Das Thermometer zeigte 33° C an und schon wie bei der Anreise ging es stellenweise nur sehr zäh vorwärts. Gegen 15 Uhr erreichten wir dann endlich den heimischen Flugplatz und warteten auf die Anderen. Da der Bocian-Hänger einen Platten hatte, verzögerte sich das Ganze und wir beschlossen daraufhin den Bocian am Dienstag aufzurüsten. Gesagt getan: am Dienstag Abend um 18 Uhr kamen Micha, Uwe und wir Flugschüler noch einmal zusammen und rüsteten den Bocian auf. Nach gut einer Stunde gab es dann Schokokuchen und Kirsch-Nuss-Kuchen, die ich anlässlich meiner bestandenen B-Prüfung gebacken hatte.
Dank dem Wetter und unseren Fluglehrern, die uns im Akkord geschult haben, haben alle Flugschüler während des Fliegerlagers starke Fortschritte gemacht und sind nun einen Ausbildungsabschnitt weiter. Alles in allem war es eine gelungene und effektive Woche, die Spass und Erfolg gebracht hat. Das nächste Fliegerlager kann kommen! :)

Sabrina Wiest