Segelfliegertag 2002

Am regnerischen morgen des 2. November um 6 mussten wir in Oppin aufstehen. In einer zügigen Autobahnfahrt ging es erst mal gen Berlin. Unterwegs wurde der Regen aus den Stratuswolken (aufliegend) zusehends heftiger. Bei Dessau kam es uns vor, als ob wir in einen Tunnel fuhren. (Wir waren doch nicht Richtung Westen unterwegs, oder?!)

So gegen Viertel nach neun also sind wir über den kürzesten (aber nicht schnellsten) Weg am Potsdamer Platz angelangt, wo die Gemütlichkeit eines Mc D. auf uns wartete. Doch einige (...) von uns wollten schon zum Eröffnungsvortrag, der um 10 beginnen sollte, im „Haus am Kölnischen Park“ sein. Doch die Parkplatzsituation meinte es nicht allzu gut. Vor dem Kongresshaus standen auf der noch nassen Straße drei Segler, einer davon mit Motor und einem Preis von ca. 250.000 €. Drinnen bekam man für 10 € einen Ansteck-Button, der den Eintritt ermöglichen sollte. Der erste Vortrag über das Perlan-Projekt Steve Fossets war wie die meisten folgenden Referate mehr als gut besucht. Doch hätte man diesen, wenn er einsprachig gehalten worden wäre, um mehr als die Hälfte komprimieren können – und Klaus Ohlmann versuchte mich von meinem Sitzplatz (einer Treppenstufe) zu drängeln um diesen heißbegehrten Platz für sich zu beanspruchen. Gegen Mittag – Steffen bekam auch schon Hunger – machten wir uns auf den Weg zum Alex. Angesichts der Menschenschlange vorm Fernsehturm erübrigte sich die Entscheidungsfrage, ob wir dort oben essen wollten. So frühstückten wir bei einem Edelbäcker im Bahnhof. In Berlin war nun auch herrliches Wetter geworden. Nachmittags trafen wir uns dann zwischen den einzelnen Vorträgen immer wieder in der kongresshauseigenen Kantine.

Für den Abend war eine „Après-fly-Party“ in einem Club direkt an der Spree veranschlagt. Wir hielten uns jedoch etwas länger im Haus am Kölnischen Park auf. Zuerst hatten wir noch Glück, mit auf den drei-viertelstündig verkehrenden Spree-Shuttle-Kahn zu kommen. Doch im Club war es so schon so voll, dass vom Büffet - "First come, first served" nichts mehr sichtbar war. Für uns hieß es dann wohl „Last come, suckers pay off“!

Der Plan für die letzten Stunden des Tages war: irgendwo irgendwas gutes essen. Uwes Vorschlag war, auf den Ku’damm zu fahren, weil es dort doch wohl ganz sicher ein Schnellrestaurant gibt. So befanden wir uns gegen 10 in einem Pizza Hut in der Nähe des Zoos. Nach einer guten Stunde hatte dort jeder, was er wollte. Ich wollte nichts – und freute mich, wie sich Ria, Uwe, Zache, Susanne, Seb und Steffen je eine (mehr oder weniger) große Pizza zuerst mit Genuss verspeisten, später aber reinquälten.

Auf der U-Bahn-Fahrt zurück zu den Autos fiel mir auf, dass ich nicht der einzige völlig müde Mensch im Wagon war. Die Scheiben von Rias und Uwes Auto waren von einer dünnen Eisschicht bedeckt – es war so gegen Mitternacht. Auf dem Weg durch Berlin zeigte uns Uwe noch (mit Absicht oder unfreiwillig?) ein paar leicht bekleidete Mädels, die am Straßenrand auf irgendwelche Leute warteten. Mir war’s egal, wie spät es war, denn auf der Autobahn schlief ich sowieso. Nachdem wir Sebastians Autoscheiben in Oppin auch noch vom Frost befreit hatten, ging’s nach einem langen schönen Tag nach Hause.

 

Vielen Dank an Uwe und Ria, die uns so sicher durch den Regen und die Nacht chauffierten!

 

Volker Naumann