16. Riesa-Canitzer Streckenflugwoche

16. Riesa-Canitzer Streckenflugwoche 200



Die Bilder gibt es HIER



01.06.2009, 4. Wettbewerbstag - 1. Flugtag

Beim Wetterbriefing gibt es endlich etwas positives zu hören. Die Vorhersage ist zwar noch unsicher, aber die Chancen für einen Wertungstag stehen nicht schlecht. Für die Kleine Klasse gibt es ein SAA nach Finsterwalde und Nardt mit 15 km Radien; für die 100er und Große Klasse soll es Welzow - Klix mit 20 km Radien sein. Laut Toptherm sollte das eine realistische Aufgabe sein, doch die Basis wird nicht besonders hoch vorhergesagt. Wir bauen zum ersten Mal das Starterfeld auf und der etterflieger wird hochgeschleppt. Die 7X meldet eine Basishöhe von 620 m und wird aufgefordert sich zu melden, wenn die Wolken auf 800 m angestiegen sind. Nach ca. einer Stunde geht es dann tatsächlich los. Die kleine Klasse mit Benni wird hochgeschleppt, danach ist die 100er mit mir an der Reihe. Die kleinen fliegen auch schon bald ab, von meiner und der gemischten Klasse traut sich noch keiner so recht. Die meisten können sich oben halten, jedoch halten sich viele mit dem Abflug zurück und allmählich wird es von Südwesten her blau. Bei der geringen Arbeitshöhe ist es kaum möglich, die Abfluglinie hoch zu überfliegen. Im Nordosten, wo es hingehen soll, wird es immer dunkler. Als ich losfliege, höre ich im Funk schon die ersten Umkehrer, kaum einer hat eine Wertbare Strecke. Nach 25 km ist es dann auch für mich vorbei mit der Thermik und ich fliege zurück. Als ich lande, ist Benni schon dabei, den Mistral abzurüsten. Der Tag muss ohne Punktwertung bleiben, da niemand eine Strecke über 100 km geschafft hat.


31.05.2009, 3. Wettbewerbstag

Das Essen war bisher eigentlich immer das beste am Tag. So ist es auch heute mit dem Frühstück. Danach wird aufgrund der starken Gewitterneigung wieder neutralisiert. Wir beschließen, Sachsen ein wenig zu erkunden und begeben uns auf eine Fahrt mit Umwegen ins Elbsandsteingebirge. Dort besteigen wir die Festung Königstein und genießen das Gefühl, von weit oben runter gucken zu können, und wenn es nur der Brunnen ist. Auf der Rückfahrt beginnt es auch schon zu Gewittern. Benni ist Regen nicht gewöhnt und wird gleich drei (!) Mal geblitzt. Beim Check des Wetterberichts schöpfen wir Hoffnung für den nächsten Tag.


30.05.2009, 2. Wettbewerbstag

Der Tag beginnt entspannt und wir fahren erst am Abend nach Riesa zurück. An Rosas Stelle ist jetzt Bennis Freundin getreten; sie hat sich bereit erklärt, uns zu Helfen und uns beim Warten Gesellschaft zu leisten. Die Prognosen für den kommenden Tag sehen zweifelhaft aus.


29.05.2009, 1. Wettbewerbstag

Nach einer Nacht mit gefühlten -5°C werden wir von der Sonne geweckt. Am Himmel stehen Wolkenstraßen; im Moment sind das wohl nur Wassersäcke, aber es sieht verheißungsvoll aus. Nach einem ausgiebigen Frühstück begeben wir uns erwartungsvoll zum Eröffnungsbriefing. Zunächst werden die Örtlichkeit und die hiesigen An- und Abflugbedingungen vorgestellt. Dann wird uns eröffnet, dass entgegen der Praxis der letzten Jahre und entgegen der Ausschreibung keine Windenstarts durchgeführt werden. Das lässt das Studentenherz höher schlagen. Außerdem wird bekannt gegeben, dass ein Einspruch in die Wertung 20€ kostet. Dann halten wir mal lieber die Klappe. Für Donnerstag und Freitag wird angekündigt, dass Herr Obama in Dresden einfliegt und der Luftraum 55 km um Dresden herum komplett gesperrt wird. Da Segelflieger sowieso alle Terroristen sind, müssen wir an diesen beiden Tagen auf einen anderen Platz ausweichen, was aber noch nicht organisiert wurde. Anschließend gibt es das Wetterbriefing. Aufgrund des Windes wird der Tag kurzerhand neutralisiert. Und er folgende Tag gleich mit, weil Pfingsten ist.
Wir sind etwas sprachlos und überlegen uns was wir an den zwei freien Tagen am besten machen könnten. Wir entschließen uns, die kommende Nacht zu Hause zu verbringen. Ein Blick auf die ESP-Homepage sagt uns, dass das Wetter in der Heimat fliegbar ist. Dort wurde das Briefing, wie es sich gehört, auf später verschoben. Jana und ich beschließen, nach Ballenstedt zu fahren und eine Runde mit dem Twin zu drehen. Zielrückkehrstrecken nach Norden sollten bei diesen Wolkenstraßen trotz des Windes kein Problem sein. Also organisieren wir uns schnell einen Helfer und fahren los. In Ballenstedt ist der Nordwind leider zu stark um einen F-Schlepp durchzuführen. So kommen wir erst kurz vor 19 Uhr in die Luft. Wir nutzen die ungewöhnlich lang anhaltende Abendthermik für einen entspannten Riesa-Protestflug aus. Der Tag ist gerettet.


28.05.2009, Trainingstag

Wir werden vom verheißungsvollen Trommeln des Regens geweckt. Es ist kalt. Die Okklusion hat uns in den Morgenstunden erreicht und verwöhnt uns mit abwechslungsreichen Schauern jeder stärke. Es sieht schlecht aus für das Training. Nach einem ausgiebigen Frühstück wickeln wir erstmal die Anmelde-Prozedur ab und testen das provisorisch eingerichtete W-LAN der Canitzer. Beim Elbe-Saale-Pokal in Schönebeck gab es gestern anscheinend wieder Außenlandungen in gewohnter Zahl. Ein Wetterbriefing, wie man es für einen Trainingstag erwarten würde, gibt es nicht. Benni muss nach Hause zur LKW-Fahrschule. So verbringen wir drei den verregneten Nachmittag im Zelt und holen unser Schlaf-Defizit auf. Gegen 17 Uhr reißt die Wolkendecke auf und wir bekommen ansehnliches Rückseitenwetter. Leider ist es schon viel zu Spät zum starten, also werfen wir den Grill an; das Bruschetta wartet schon. Benni meldet sich aus der Heimat und verkündet, erst morgen Früh wieder zu uns zu stoßen. Mal sehen wie lange sein Körper das noch mitmacht... Wir bereiten uns auf die Nacht vor. Der Himmel ist klar. Es wird wohl sehr kalt...


27.05.2009, Anreisetag

Der Tag wird natürlich wieder hektischer als geplant. Auf den letzten Drücker werden noch ein paar Besorgungen gemacht, aber immerhin denken wir dieses Jahr an die Akku-Ladekabel. In Oppin rüsten Benni, Rosa, Jana und ich den Mistral ab und verfrachten ihn auf die gewohnt umständliche Weise in den Hänger - die Rampe ist noch nicht fertig. Als ich den DG-Hänger noch einmal zur letzten Kontrolle öffnen will, stelle ich fest, dass der halbe Schlüssel schon im Schloss steckt... da hilft nur noch Aufbohren. Die Klappe sichern wir provisorisch mit einem Spanngurt. So können wir in Riesa wieder mit herausragender Oppiner Technik glänzen.
Wir fahren pünktlich 21:00 Uhr los, die Sonne sinkt dem Horizont entgegen. Als wir die A14 bei Riesa verlassen, ist es bereits stockfinster. Unser Navigationsgerät schickt uns mit den Hängern durch McDrive und nach einer längeren Irrfahrt erreichen wir endlich den Wüstenweg zum Flugplatz Riesa-Canitz. Ein paar Kollegen sind schon da und wir werden freundlich von Lutz begrüßt. Zunächst gilt es, unsere Zelte aufzubauen. Dank Bennis Flutlichtanlage auch kein Problem. Wir erkunden noch die örtlichen sanitären Einrichtungen und lassen uns müde in die Luftmatratzen sinken. Der Trainingstag kann kommen!