Unser neuer SKP

Der neue SKP


Bisher diente uns ein blauer ELLO als SKP (Startkontrollpunkt, unser mobiler "Tower"). Dieser war aber allmählich in die Jahre gekommen und wir hatten immer häufiger mit technischen Problemen zu kämpfen. Das letzte Winterbauprogramm brachte nun einen neuen hervor: Einen vollkommen umgebauten Mercedes-Benz Sprinter.
Hier einige Fakten:
Farbe: weiß
Kraftstoffart: Diesel
Verbrauch: ca: 1/10 des alten Robur
Größe: leider kleiner als der alte

Angeboten wurde uns das Fahrzeug, genau wie die E-Klasse, von Mercedes-Benz. Also machte sich Thomas auf den Weg zur Zulassungsstelle nach Halle und besorgte Kurzzeitkennzeichen für die Überführung des Transporters nach Oppin. Die Schilder gab er an Micha und Torsten weiter, die das Fahrzeug abholten.

Nachdem nun das Kurzzeitkennzeichen abgelaufen war und wir den Sprinter bis dahin noch zum Getränke- und Spritholen genutzt hatten, setzte sich Karl-Heinz an die Planung des neuen SKP. Dazu fertigte er detaillierte Zeichnungen und Skizzen an, die wir dann auch als Bauanweisung nutzen konnten.
Die erste harte Arbeit war das Hervorholen des genannten Fahrzeugs hinter der Halle zum Pflichtbaudienst. Dies erwies sich nämlich als sehr umständlich, da der Untergrund sehr rutschig war. Dadurch reagierte die ASR (Anti-Schlupfreglung) etwas übertrieben. Außerdem waren die Bremsen festgerostet. Unter Zuhilfenahme des Golfs, einiger Bretter und mehr Personal zum Schieben, konnte der SKP auf das Vorflugfeld befördert werden. Nach einer ausgiebigen Probefahrt auf dem Zeppelinring mit zahlreichen Bremsungen war dann alles wieder in Ordnung.


Als der SKP dann endlich in der Garage stand, konnten wir mit dem Umbau beginnen. Die erste Aufgabe bestand darin, das Loch im Dach mit den Maßen 1x1m auszuschneiden. Mit der Flex wurde das eine gerade Sache. Mich hat es lediglich den halben Ärmel der Jacke gekostet.
Den Rahmen für das Dach habe ich mit Karl-Heinz aus doppelt verstärktem Holz gebaut (Hält jetzt zwei Startleiter gleichzeitig aus, die sich den ganzen Tag nur auf den Rahmen legen oder setzen). Als nächstes bauten wir das Startleiterpodest. Dazu befestigte Kalle einen stabilen Rahmen auf dem Fußboden und an der Wand, den Rosa und Nils mit mir zusammen verkleideten. Gemeinsam mit Nils habe ich dann innerhalb von einem Tag ein Regal hinten eingebaut, das Pro Fach ca.100kg Beladung locker aushält. Ein ebensolches Regal habe ich dann auch in den vorderen Raum gebaut.
Nun konnte man schon ziemlich gut erkennen, wie der SKP einmal aussehen sollte, wenn er fertig ist. Kalle hat für den vorderen Raum eine Sitzecke besorgt, die er auf die passende Länge brachte und die sich nun ziemlich gut in den SKP einfügt.


Lange haben wir über die Form, die Größe und die Stufenzahl der auf das Podest führenden Treppe diskutiert. Letztlich hat Kalle eine Zeichnung angefertigt, auf der die Treppe zwei Stufen aufweist. Nach dieser Skizze baute ich dann die Treppe, lackierte und montierte sie im Auto. Sie passt gut und ist praktisch. Die zwei Stufen sind genau richtig, um bequem auf das Podest und auch wieder runter zu kommen. Kalle meinte zur Treppe: Hält ewig, es sei denn, die geht vorher kaputt.
Mit dem ganzen blanken Holz auf dem Fußboden und an den Wänden wäre der SKP etwas unpraktisch, also hat Mark das Holz lackiert und Fußboden-und Regalbeläge aus krankenhausgrauem Plagbelag, der noch aus DDR-Beständen stammte, zugeschnitten. Lothar verlegte dies dann. Die Kanten und Übergänge verkleidete und stabilisierte er. Mark legte sich dann noch unter den SKP und trug Rostschutz auf.
Wenn man die hinteren Türen öffnet, fällt einem gleich das Fass auf, das oben komisch im Regal steht. Aber nach einem beherzten Zug an der Halterung fährt das Fass marzialisch und stabil aus dem Regal heraus.


Dann kann man sich auch ganz bequem die Hände waschen. Kleinere Leute können auch darunter duschen (Ist aber kaltes Wasser, also nichts für Warmduscher).
Nun war die Überlegung, wie das neue Instrumentenbrett, für das es keine Zeichnungen gab, ausgelegt werden sollte. Also erstmal Bretter zusägen, irgendwie mit Winkeln und Schrauben einbauen, alles so Pi mal Daumen und dann schlaue Sprüche klopfen und sehen wie das so alles passt. Als das Ergebnis dann auch gar nicht mal so schlecht aussah, habe ich mit Nils zusammen das I-Brett aus dem alten SKP auseinander genommen. Der rechte Teil war für uns nicht mehr verwendbar, also ab in die Schrottkiste. Den linken haben wir dann ein bisschen verändert, hier eine Ecke weg, dort ein Loch rein - zack noch ein bisschen Farbe drauf und schon sah das Teil, welches neben dem ebenfalls modifizierten Funkgerät eingebaut wurde, ziemlich neu aus.


Für das Funkgerät und den Windmesser mussten nun noch die beiden Masten montiert werden. Also Löcher in das SKP-Dach gebohrt und gesägt, die Masten reingesteckt, mit mehreren Haltern schön befestigt, Volker hinters Lenkrad geschnallt und hoch in die Halle................ .Sche!?$......, zu hoch.
Also Masten wieder raus, Löcher in den Fußboden gebohrt und die Dinger wieder rein. Der Windmesser passte jetzt schon, nur die Antenne vom Funk nicht. Einen Stab von der Antenne entfernt und ne Halterung gekürzt........., Na wer sagts denn, passt. Aber da war das Schiebedach, das ich mit Sebastian vergrößert und eingebaut habe, noch nicht drauf. Nach einer Schließprobe war klar, dass das Dach mit eingefahrener Antenne nicht geschlossen werden konnte. Also muss bei der Fahrt das Dach eben offen bleiben, das stört aber nicht weiter.
Nun ein Wort zur Segelflugzeug-Zugvorrichtug. Die Seile sind jetzt mit einem Meter Abstand am SKP befestigt. Das erleichtert dem Flächenhalter bei der Raus-und Reinfahrt erheblich die Arbeit, da die Zugkraft, mit der die Flugzeuge auseinander gehalten werden, sich erheblich verringert.


Weiterer Vorteil: Es kann ein Anhänger (Windenseilehänger) zusätzlich angehangen werden. Die Halterungen für die Seile befinden sich gut sichtbar an den Seiten. Sie funktionieren jetzt wieder, ohne das Seil einzuklemmen.
An der linken Halterung ist auch die Erdung mit befestigt. Das Regenwasserfallrohr, das sich quer in der Nummernschildhalterung befindet, ist der ideale Aufbewahrungsort für den Erdanker und das Kabel, und war die Idee von Matthias B. Während er das Rohr montierte, verkleideten Jan und ich das Schiebedach mit Plexiglas.



Nach etwas Planung mit Matthias F. und einem Autoneukauf mit anschließender Probefahrt nach Oppin konnten wir uns dann auch zusammen um die Elektrik kümmern.
Das heißt, Kabel verlegen, Geräte einbauen, Anschlüsse anlöten usw. Dies alles bei Minusgraden in der Halle. Aber als wir fertig waren, hieß es trotzdem: Alle Systeme arbeiten einwandfrei.
Zum Pflichtbaudienst am 29.03. wurden dann noch letzte Handgriffe von Helmut erledigt. Er hat die Biertischgarnitur gekürzt, so dass sie in den Laderaum passte, den Verbandskasten an die hintere Tür geschraubt und die Gebrauchsgegenstände wie Landetücher, Gewichte u.s.w eingeräumt.
Am 30.03 war es dann so weit! Weltpremiere des neuen SKP auf dem Segelflugfeld des Flugplatzes Halle-Oppin. Die Premiere war ein voller Erfolg und er erfüllte alle Erwartungen.

Benjamin Arlt