Elbe-Saale-Pokal 2007

Bericht zum Elbe-Saale-Pokal 2007

Von Steffen Schmidt

Im Zeitraum vom 26.05. bis 02.06. 2007 fand der 3. Elbe- Saale- Pokal auf dem Flugplatz Schönebeck-Zackmünde statt.
Von unserem Verein haben Michael Hengst (DG 100) und Torsten Wilker (Cobra 15) in der Clubklasse teilgenommen. In der Gemischten Klasse haben Jan Tell (Discus) und ich, Steffen Schmidt (Ventus cT 17,6m), im Kampf um die Punkte teilgenommen. Vom Segelfliegerklub Magdeburg wurde Joschko Hammermann (Discus) freundlich in unser Team aufgenommen. Unser aller Helfer war Stefan `Jochen` Münch, der mittlerweile als Helferexpertensystem genannt werden muss.
An den ersten vier möglichen Flugtagen war es, wie bereits im vergangenen Jahr, nicht zu einem Wertungsflug für die Teilnehmer gekommen. Das Wettbewerbsteam wollte –sicherlich den sehr mäßigen Wetterprognosen geschuldet- am ersten Samstag der Gemischten Klasse mit Biegen und Brechen eine Wertung abtrotzen. Glücklicherweise wurde dieser Tag nicht wertbar. Eine schwere Gewitterfront stand schon vor dem Abflug wenige Kilometer nördlich des Platzes und entlud sich eine Stunde später mit all ihrer Gewalt samt Sturm, Blitzen, Regen und Hagel über Zackmünde.
Die Tage bis zum 29. 05 waren gekennzeichnet durch Regen, Sturm und starke Gewitter. Unser Alternativprogramm bestand aus Bowling, Fußball, Tischtennis und der „Erlebnisgaststätte Heinz am Plattensee“ (www.heinz-am-plattensee.de). Für Leute mit großem Hunger ist diese Lokalität kulinarisch als absoluter Geheimtipp zu nennen. Schnitzel in der Größe eines DIN-A4-Blattes sind dort Standard, und das zum vernünftigen Preis.
Am 30.05. wurde es plötzlich gut fliegbar. Die Wettbewerbsleitung schrieb am ersten Flugtag Aufgaben von 310km bzw. 360km in das Gebiet Harz- Niedersachsen- Fläming aus, welche von fast allen Piloten mit guten Durchschnittsgeschwindigkeiten absolviert wurden.
Der 31.05. war laut Prognose noch besser als der Vortag. Die Wettbewerbsleitung schrieb daher sportlich aus. Die Aufgabenlängen lagen bei 360km bzw. 412km durch Lausitz und Fläming. Ausbreitungen schon kurz nach dem Abflug machten den Piloten das Überleben in der Luft nicht einfach. Das Resultat waren lange Gleitstrecken durch die thermisch nicht sehr aktive Luft und häufiges tiefes Abgleiten sowie einige Umwege, um Aufwinde zu finden. Weiterhin half auch die Lausitzer Kraftwerksthermik zum Höhengewinn. Wenn man es geschafft hat, bis zur 2. Wende (für beide Klassen nördlich Cottbus) zu kommen, bestand das Glück beim Heimflug darin, in manchmal toter Luft an Stellen zu kommen, die noch ein wenig Einstrahlung hatten, um dann schwaches Steigen zum Höhengewinn nutzen zu können. Der Endanflugbart für Joschko und mich ging dann abends kurz vor 6 aus unter 300m an einer Sonnenkante nördlich Zahna mit kräftigen 1,8m/s bis zur Basis und stellte dann fast den besten Bart des Tages dar... Es muss so ziemlich der einzige Bart im Rayon gewesen sein, denn wenig später kamen zu uns dann noch einige Wettbewerbsteilnehmer aus Riesa zum gemeinsamen Höhengewinn. Ich erzielte an diesem Tag die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit in meiner Klasse. Den Tagessieg erzielte mein Teampartner Joschko mit seinem im Index günstigeren Discus.
So kamen an diesem Wertungstag von 30 in Schönebeck gestarteten Wettbewerbmaschinen nur 9 ohne Hänger, Rückschlepp bzw. Motorhilfe nach Hause. In der Clubklasse waren es ganze drei! Es wurden dann viele freiwillige Helfer benötigt, die außengelandeten Piloten von den teilweise klitschnassen Äckern bzw. Flugplätzen zu holen. So lagen unsere DG 100 und Cobra auf dem FP Locktow und unser Discus in der Nähe von Bronkow. Etwas Aufregung gab es dann noch bei einem in Holzdorf gelandeten Teilnehmer. Es war ein anspruchsvoller Tag, an dem es günstig war, im Team zu fliegen, mögliche Aufwindquellen abzusuchen, sowie konsequent und konzentriert zu fliegen.
Der 01.06. war für alle Piloten der letzte Wertungstag. Der Sportleiter schrieb für beide Klassen DAA- Aufgaben mit einer Maximalzeit von 3,5h aus. Der erste Wendepunkt war Jüterbog (Club) bzw. Reinsdorf (Gemischt) und der zweite Wendepunkt war für beide Klassen Stendal. Jeder Wendepunkt hatte einen Radius von 20 km.
Dieser Flugtag zeichnete sich durch Warmluftadvektion aus. Gut aussehende Wolken zogen teilweise gar nicht und wenige Bärte waren richtig gut. Erschwerend kam noch der mit 40 km/h sehr starke mit der Höhe drehende Wind hinzu. Weiterhin hatte die Thermik Blasencharakter und es gab Ausbreitungen. Hatte man 2 Kreise mit 2,5m/s gekurbelt, konnte man schon beim dritten Kreis nur Fallen vorfinden. So hatte unser Team auf dem ersten Schenkel knappe 90min für ca. 80 km benötigt, was einem sagenhaften 50´er Schnitt entspricht. Erschwerend war die mit 1200m nicht sehr hohe Basis.
Dieser Flugtag war sehr selektiv und es gab einige punktezehrende Außenlandungen, obwohl die Wettbewerbsleitung einen Teil der Entscheidungsfindung den Piloten durch den Aufgabentyp abgab. Unseren Endanflugbart bekam unser Team an der Sonnenkante einer breitgelaufenen Wolke nördlich Burg durch einen kreisenden Bussard markiert.
Leider lag Michael Hengst mit seiner DG 100 nördlich von Lüsse auf einem Acker und Jan schaffte es nicht bis nach Hause und landete bei Haldensleben. Die Rückholtouren waren aber sehr schnell, um sich abends bei Heinz zum gemeinsamen Schnitzelessen zu treffen.

Der 02.06. war leider nicht mehr fliegbar, da das erwünschte Wetterfenster nicht bis nach Schönebeck reichte. Somit blieb es bei drei Wertungen für beide Klassen.

In der Endabrechnung erzielte Torsten Wilker in der Clubklasse mit der Cobra einen exzellenten 3.Platz. Michael Hengst hatte am letzten Flugtag leider wenig Fortune und wurde durch seine Außenlandung in der Gesamtwertung 9. In der Clubklasse flogen 17 Maschinen mit.
Jan Tell hatte in der Gemischten Klasse (13 Maschinen) wenig Glück und wurde mit drei Außenlandungen nur 12. Ich erreichte mit dem Ventus ohne Triebwerkshilfe (= virtueller Außenlandung) während des gesamten Wettbewerbs Platz 4, während sich mein Teampartner Joschko Hammermann den dritten Platz erflog.

Zurückblickend muss ich sagen, dass ich durch die Flüge bei diesem Wettbewerb viel dazu gelernt habe und wir die Vorteile des Teamfluges erfolgreich nutzen konnten. So flog auch das Brüdergespann, das Platz 1 und 2 in unserer Klasse erzielte, konsequent und erfolgreich zusammen.
Die Flüge waren sehr anspruchsvoll und durch ein gutes Flugzeug, ausreichende Erholung und das angenehme Klima in unserer Mannschaft hat mir dieser Wettbewerb fliegerisch sehr gefallen.
Sehr positiv und dankend muss auch noch unser Jochen hervorgehoben werden, der leider an jedem Flugtag einmal zum zurückholen losfahren musste.
Der 4. Elbe-Saale-Pokal findet vom 10. bis 17.05.2008 statt. Nächstes Jahr wird wieder eine kleine Clubklasse integriert werden, um auch indexschwächeren Clubklassemaschinen einen sportlichen Vergleich bieten zu können. Wer einen lockeren und fliegerisch anspruchsvollen Wettbewerb besuchen möchte, ist da gut aufgehoben. Anmeldungen für 2008 und Impressionen von diesem Jahr sind auf der guten Wettbewerbshomepage www.elbe-saale-pokal.de zu finden.